Osteoporose ist bei älteren Erwachsenen mit einem höheren Hörverlustrisiko verbunden, zeigt eine landesweite Studie
Eine landesweite Studie mit mehr als 663.000 älteren Erwachsenen bringt Osteoporose mit einem um 34 Prozent höheren Hörverlustrisiko in Verbindung. Häufig verwendete Knochenmedikamente zeigten dabei eine schützende Wirkung.
Knochen und Hörvermögen scheinen auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun zu haben. Das Ohr ist jedoch auf einige der kleinsten und empfindlichsten Knochen des Körpers angewiesen. Forscher vermuten deshalb seit Langem, dass Störungen der Knochengesundheit im gesamten Skelett auch das Ohr betreffen können.
Eine neue, im Journal of the American Geriatrics Society veröffentlichte Studie unterzieht diese Vermutung einer der bislang größten Prüfungen. Hunderttausende ältere Erwachsene wurden beobachtet, um zu klären, ob Osteoporose das Hörverlustrisiko erhöht und ob eine Behandlung dieses Risiko verändert.
Über diese Studie
Titel: Osteoporosis and Risk of Hearing Loss: Protective Effects of Zoledronic Acid and Denosumab in a Nationwide Cohort
Autoren: Shih-Han Hung, Chun-Feng Huang, Jason C. Hsu, John J. Carey, James F. Griffith, Wing P. Chan
Institutionen: Taipei Medical University and Wan Fang Hospital (Taiwan), National Sun Yat-Sen University, Chi Mei Medical Center, University of Galway (Ireland), The Chinese University of Hong Kong
Fachzeitschrift: Journal of the American Geriatrics Society, veröffentlicht am 10. August 2026
Studientyp: Retrospektive landesweite Kohortenstudie
Quelle: PubMed, DOI 10.1111/jgs.70654
Hintergrund: Warum die Forscher dieses Thema untersuchten
Bei Osteoporose verlieren die Knochen allmählich an Dichte und werden brüchig, wodurch Knochenbrüche deutlich wahrscheinlicher werden. Ein großer Anteil der Erwachsenen über 65 Jahre ist betroffen, insbesondere Frauen nach den Wechseljahren. Eine Fragilitätsfraktur ist ein Bruch nach einem leichten Sturz oder Stoß, dem ein gesunder Knochen normalerweise standhalten würde.
Das Hören hängt auf zweifache Weise von Knochen ab. Im Mittelohr befinden sich die drei kleinsten Knochen des Körpers, die den Schall mechanisch zum Innenohr weiterleiten. Auch die Cochlea, die Schall in Nervensignale umwandelt, ist von dichtem Knochen umgeben. Frühere Untersuchungen deuteten darauf hin, dass Menschen mit geschwächten Knochen häufiger Hörprobleme entwickeln. Die Studien waren jedoch klein und konnten nicht klären, ob Osteoporosemedikamente einen Unterschied bewirken.
Das Forschungsteam wollte beide Fragen auf nationaler Ebene beantworten: Erhöht Osteoporose das Hörverlustrisiko, und verändern die beiden weit verbreiteten Knochenbehandlungen Zoledronsäure und Denosumab dieses Risiko?
Durchführung der Studie
Die Forscher nutzten Taiwans National Health Insurance Research Database, die nahezu die gesamte Bevölkerung abdeckt, und werteten Daten aus den Jahren 2011 bis 2017 aus. Sie identifizierten 331.867 Erwachsene ab 65 Jahren mit Osteoporose oder Fragilitätsfrakturen und ordneten jeder Person eine vergleichbare Person ohne diese Erkrankungen zu. Für einen fairen Vergleich wurden Alter, Geschlecht und allgemeine Krankheitslast berücksichtigt.
Zur Behandlungsfrage verglichen sie drei gleich große Gruppen mit jeweils 21.811 Patienten: Menschen, die mit Zoledronsäure behandelt wurden, Menschen unter Denosumab und Personen ohne Knochenmedikamente. Anschließend verfolgten sie, bei wem später erstmals ein Hörverlust diagnostiziert wurde, und passten die Ergebnisse an andere Erkrankungen an, die das Bild beeinflussen könnten.
Ergebnisse der Forscher
Ältere Erwachsene mit Osteoporose oder Fragilitätsfrakturen entwickelten deutlich häufiger einen Hörverlust als die vergleichbaren Kontrollpersonen. Nach der Anpassung lag ihr Risiko um 34 Prozent höher; die Autoren bewerten dieses Ergebnis als statistisch sehr zuverlässig.
Die Behandlung schien eine Rolle zu spielen. Patienten unter Zoledronsäure hatten ein um 13 Prozent niedrigeres Hörverlustrisiko als unbehandelte Patienten, bei Denosumab lag das Risiko um 9 Prozent niedriger. Der schützende Zusammenhang mit Zoledronsäure zeigte sich sowohl bei Männern als auch bei Frauen.
Bei Denosumab zeigte sich eine auffällige Besonderheit: Der Zusammenhang mit einem niedrigeren Hörverlustrisiko war nur bei Männern statistisch signifikant. Die Autoren geben keine Erklärung dafür an und nennen dies als Frage für künftige Untersuchungen.
Insgesamt stützt das Muster die Annahme, dass Skelett- und Ohrgesundheit miteinander verbunden sind. Der Schutz der Knochen könnte demnach im höheren Lebensalter auch zum Schutz des Gehörs beitragen.
Was die Ergebnisse für Menschen mit Hörverlust bedeuten
Für die Millionen älteren Erwachsenen, die mit Osteoporose leben, ergänzt diese Studie das Gehör um einen weiteren wichtigen Beobachtungspunkt. Wer geschwächte Knochen hat und Gespräche gedämpft wahrnimmt, häufig um Wiederholungen bittet oder den Fernseher immer lauter stellt, hat einen zusätzlichen Grund, diese Zeichen ernst zu nehmen, statt sie als gewöhnliche Alterserscheinung abzutun.
Die Ergebnisse bieten Patienten außerdem einen konkreten Gesprächspunkt für den nächsten Arzttermin. Wenn eine Knochenbehandlung erwogen wird, kann ein möglicher zusätzlicher Nutzen für das Gehör sinnvoll angesprochen werden. Menschen mit Osteoporose können zudem fragen, ob ein Hörtest als Teil der Routineversorgung ratsam ist.
Ein um 34 Prozent höheres Risiko macht frühe, leicht zugängliche Hörtests noch wichtiger
Eine weniger offensichtliche Aussage der Studie lautet: Gerade die am stärksten gefährdete Gruppe – Erwachsene über 65 mit einer chronischen Erkrankung, die bereits Termine und Kosten verursacht – stellt die Hörversorgung besonders häufig zurück. Genau diese Hürde sollen neuere FDA-OTC-Hörgeräte senken: Die Überprüfung und Unterstützung des Hörvermögens muss nicht mehr auf eine weitere Reihe von Klinikbesuchen warten.
Panda Air ist ein Beispiel für diesen Ansatz. Es ist ein selbst einstellbares OTC-Hörgerät im Earbud-Stil mit 16-Kanal-WDRC-Klangverarbeitung und adaptiver Mehrband-Geräuschunterdrückung. Die optionale App kann über das Hörgerät selbst einen frequenzspezifischen Hörtest durchführen und die Verstärkung zu Hause auf die Ergebnisse abstimmen. Der Test ist optional; das Gerät funktioniert auch direkt nach dem Auspacken.
Wer seine Osteoporoseversorgung organisieren muss, profitiert auch von den praktischen Details: einem Schnellladeetui für insgesamt 60 Stunden Nutzung, einer 5-jährigen Garantie und einer 45-tägigen Testphase, die mit dem Erhalt des Produkts beginnt. Ein wichtiger Hinweis: OTC-Hörgeräte sind für leichten bis mittleren Hörverlust zugelassen. Bei starkem oder hochgradigem Hörverlust ist eine klinische Anpassung weiterhin am sinnvollsten. Weitere Informationen unter pandahearing.com/products/panda-air.
Einschränkungen dieser Forschung
Es handelte sich um eine retrospektive Studie auf Grundlage von Versicherungsdaten. Sie kann daher Zusammenhänge aufzeigen, aber nicht beweisen, dass Osteoporose Hörverlust verursacht oder die Medikamente ihn verhindern. Die Diagnosen stammten aus Abrechnungsdaten und nicht aus eigens für die Studie durchgeführten Hörtests. Faktoren wie frühere Lärmbelastung oder Rauchverhalten wurden nicht vollständig erfasst. Die untersuchte Bevölkerung stammte aus Taiwan, weshalb die Ergebnisse andernorts abweichen können. Auch warum ein Nutzen von Denosumab nur bei Männern sichtbar war, bleibt ungeklärt. In der Zusammenfassung werden weder Finanzierungsquellen noch Interessenkonflikte genannt.
Was daraus folgt
Knochen- und Hörgesundheit scheinen im höheren Lebensalter gemeinsam zu verlaufen. Diese große landesweite Studie stärkt die Belege dafür und deutet an, dass die Behandlung des einen Bereichs auch den anderen schützen könnte. Für ältere Erwachsene mit Osteoporose ist die Schlussfolgerung einfach und umsetzbar: Setzen Sie Ihre Knochenversorgung konsequent fort und schenken Sie Ihrem Gehör dieselbe regelmäßige Aufmerksamkeit wie Ihren Knochen.
Hung SH, Huang CF, Hsu JC, Carey JJ, Griffith JF, Chan WP. Osteoporosis and Risk of Hearing Loss: Protective Effects of Zoledronic Acid and Denosumab in a Nationwide Cohort. Journal of the American Geriatrics Society. 2026. Abgerufen über PubMed. https://doi.org/10.1111/jgs.70654


