author:Panda Hearing Research

Gehörlose und schwerhörige Schwimmer und ihre Trainer überwinden Kommunikationsbarrieren im Becken mit Improvisation

Gehörlose und schwerhörige Schwimmer und ihre Trainer überwinden Kommunikationsbarrieren im Becken mit Improvisation

Eine kleine qualitative Studie aus Südafrika dokumentiert, wie gehörlose und schwerhörige Leistungsschwimmer und ihre Trainer sich ein eigenes Repertoire aus selbst erfundenen Zeichen, Lippenlesen und Schreiben aufbauen – weil Hörgeräte im Wasser nicht getragen werden können und Gebärdensprache nur selten von beiden Seiten beherrscht wird.

Sporttraining lebt von einem ständigen Strom kleiner Korrekturen. Den Ellbogen bei diesem Zug absenken. Kräftiger abstoßen. Die Zugfrequenz verringern. Für gehörlose oder schwerhörige Athleten ist es nicht einfach, diese Informationen mitten im Training zu bekommen. Im Becken ist es laut, das Wasser trübt die Sicht, und das Gerät, auf das sie im Alltag zum Hören angewiesen sind, wurde herausgenommen und liegt in einer Tasche am Beckenrand.

Ein Forschungsteam der University of the Witwatersrand wollte beide Seiten dieser Beziehung anhören. Es befragte gehörlose und schwerhörige Leistungsschwimmer und ihre Trainer, wie die Kommunikation im Training und bei Wettkämpfen tatsächlich abläuft, was funktioniert und was dabei im Weg steht.

Über diese Studie

Titel: Communication experiences of deaf and hearing-impaired competitive swimmers and their coaches in South Africa.

Autoren: Dhanashree Pillay, Caitlin Lewington.

Institutionen: Department of Audiology, Faculty of Humanities, University of the Witwatersrand, Johannesburg.

Fachzeitschrift: The South African Journal of Communication Disorders, veröffentlicht am 22. April 2026.

Studientyp: Explorative phänomenologische qualitative Studie mit Online-Fragebögen und 11 Teilnehmenden (8 Schwimmer und 3 Trainer), rekrutiert über eine gezielte Stichprobenauswahl.

PubMed: DOI: 10.4102/sajcd.v73i1.1142

Hintergrund: Warum die Forschenden das untersucht haben

Gehörlosensport auf Spitzenniveau ist ein eigenes Ökosystem. Es gibt die Deaflympics, eigene Verbände und Qualifikationsnormen, die ein vergleichbares Training wie im regulären Leistungssport erfordern. Die meisten gehörlosen und schwerhörigen Athleten trainieren jedoch in regulären Schwimmbädern, mit regulären Trainern und zusammen mit hörenden Sportlern. Wie das im zwischenmenschlichen Miteinander funktioniert, ist bisher kaum untersucht – vor allem in Ländern, in denen Gebärdensprache nicht zur üblichen Ausbildung von Lehrkräften oder Trainern gehört.

Audiologen und Rehabilitationsfachleute konzentrieren sich meist auf die technische Seite des Hörverlusts: wie gut ein Hörgerät verstärkt, wie deutlich Sprache im Störgeräusch verstanden wird, wie gut ein Cochlea-Implantat Umgebungsgeräusche wiederherstellt. Weniger Beachtung fand bisher die soziale Seite – insbesondere die Frage, was passiert, wenn das Gerät abgelegt werden muss. Schwimmen fällt genau in diese Lücke. Hörgeräte und die externen Prozessoren von Cochlea-Implantaten sind nicht dafür ausgelegt, unter Wasser getragen zu werden, und selbst am Beckenrand besteht ein echtes Risiko, wenn sie nass gespritzt werden.

Die Autoren wollten in den eigenen Worten der Teilnehmenden festhalten, wie damit in der Praxis umgegangen wird und wie sich die Situation für die betroffenen Athleten anfühlt.

So wurde die Studie durchgeführt

Es handelte sich um eine qualitative Studie, nicht um eine Befragung großer Fallzahlen. Die Forschenden nutzten eine nicht probabilistische, gezielte Stichprobenauswahl: Sie rekrutierten also bewusst Personen, die dem gesuchten Profil entsprachen, statt eine Zufallsstichprobe zu ziehen. Die endgültige Gruppe umfasste acht gehörlose und schwerhörige Leistungsschwimmer und drei Trainer, insgesamt also 11 Teilnehmende.

Alle Teilnehmenden füllten einen Online-Fragebogen aus, der ausführliche persönliche Schilderungen hervorbringen sollte. Das Forschungsdesign war explorativ-phänomenologisch – eine Methode, die sich auf die gelebte Erfahrung einer kleinen Gruppe konzentriert statt auf statistische Verallgemeinerung. Ziel war es, gemeinsame Themen herauszuarbeiten und die Feinheiten der Kommunikation in diesem besonderen Umfeld zu erfassen.

Die Ergebnisse sind daher als Beschreibung zu verstehen, wie diese Gruppe von Menschen das Schwimmen erlebt, und nicht als Zahlen, die sich auf alle gehörlosen Athleten oder alle Trainer übertragen lassen.

Was die Forschenden herausgefunden haben

Drei Kommunikationsmittel wurden am häufigsten als hilfreich genannt. Lippenlesen wurde bei Gesprächen am Beckenrand viel genutzt. Trainer und Schwimmer stützten sich außerdem auf einen Wortschatz aus selbst erfundenen Zeichen, den sie im Lauf der Zeit gemeinsam und speziell für ihre Trainingssituation entwickelt hatten. Schreiben, oft auf einem Whiteboard oder einem Handydisplay, diente als Notlösung, wenn die erfundenen Gesten nicht ausreichten.

Die Südafrikanische Gebärdensprache war nur selten das wichtigste Mittel. Obwohl einige Schwimmer Gebärdensprache als Erstsprache nutzten, beherrschten die meisten Trainer sie nicht. Diese Diskrepanz wurde immer wieder als Ursache für Reibungen genannt. Wenn Schwimmer und Trainer nicht dieselbe natürliche Sprache teilen, muss jedes wichtige Gespräch über einen Umweg laufen, und Feinheiten gehen verloren.

Zwei konkrete Hürden stachen hervor. Die erste war das unvermeidliche Ablegen der Hörhilfen im Wasser, wodurch die Athleten während jeder Trainingsserie praktisch ohne ihr gewohntes Hörvermögen sind. Die zweite war das Fehlen visueller Signalsysteme in den meisten Schwimmstätten. Ohne visuelle Signale können Schwimmer Startsignale, Pfiffe am Serienende oder Zurufe des Trainers vom Beckenrand nicht zuverlässig wahrnehmen.

In einem bemerkenswerten Gegensatz dazu beschrieb ein Schwimmer, der von einem gehörlosen Trainer betreut wurde, die gemeinsame Kommunikation als „nahtlos“. Durch die geteilte Erfahrung mit Hörverlust hatten beide eine gegenseitige Gewandtheit in den Kommunikationsformen entwickelt, die für sie am besten funktionierten – ohne dass eine Seite die andere zur Anpassung auffordern musste.

Die Inklusion im weiteren Schwimmumfeld wurde als vorhanden, aber ungleichmäßig beschrieben. Mehrere Teilnehmende berichteten, sich zeitweise isoliert gefühlt zu haben – selbst in Teams, die bewusst offen sein wollten.

Was das für Menschen mit Hörverlust bedeutet

Für gehörlose und schwerhörige Athleten und ihre Trainer ist die praktische Botschaft einfach: Es lohnt sich, früh in der Zusammenarbeit einen gemeinsamen Wortschatz aus Zeichen und visuellen Signalen aufzubauen, denn sobald das Training läuft, bleibt kaum Gelegenheit, die Kommunikation spontan auszuhandeln. Visuelle Signalsysteme in den Schwimmstätten – selbst einfache wie Blinklichter für den Start – würden zudem einen täglichen Nachteil beseitigen.

Die Studie macht auch einen grundsätzlicheren Punkt dazu, wer mit am Beckenrand steht. Wenn ein gehörloser Trainer mit einem gehörlosen Schwimmer zusammenarbeitete, war Kommunikation kein Problem mehr, das gelöst werden musste. Das zeigt, wie wertvoll es ist, auf allen Ebenen des Sports mehr gehörlose und schwerhörige Trainer zu gewinnen und auszubilden.

Außerhalb des Beckens hängt der Alltag dieser Athleten weiterhin davon ab, wie sichtbar und angenehm sich ihre Hörtechnik anfühlt. Viele Hörgeräteträger berichten, dass die soziale Sichtbarkeit eines Geräts beeinflusst, ob sie bereit sind, es in der Schule, in Gesellschaft und bei der Arbeit konsequent zu tragen.

Wenn die Sichtbarkeit die Hürde zum Tragen des Geräts ist

Die Studie zeigt, wie stark die Nutzung von Hörgeräten vom sozialen Umfeld geprägt ist – nicht nur von der Audiologie. Menschen mit Hörverlust überlegen oft, ob ein Gerät Aufmerksamkeit erregt, bevor sie sich entscheiden, es einzusetzen. Für Erwachsene mit leichtem bis mittelgradigem altersbedingtem Hörverlust, die eine Verstärkung wünschen, die wirklich schwer zu erkennen ist, ist die Sichtbarkeit des Geräts manchmal der wichtigste Faktor überhaupt.

Panda Stealth ist genau auf dieses Anliegen ausgerichtet. Das Gerät wiegt etwa 2.3 Gramm und sitzt im Gehörgang – mit dem Ziel, für Gesprächspartner praktisch unsichtbar zu sein. Es nutzt eine intelligente Geräuschunterdrückung mit 12 Bändern, und das Ladeetui dient zugleich als kabellose Fernbedienung, sodass sich das Gerät einstellen lässt, ohne ans Ohr zu greifen. Es bietet eine Garantie von fünf Jahren und eine Rückgabefrist von 45 Tagen. Panda Stealth richtet sich an Erwachsene mit leichtem bis mittelgradigem Hörverlust, die sich wegen der Optik gegen ein sichtbareres Gerät entscheiden.

Unsichtbares Im-Kanal-Hörgerät Panda Stealth zwischen zwei Fingerspitzen gehalten, als Größenvergleich

Ein so kleines Gerät ist ein Produkt für den Alltag, keine Schwimmhilfe. Menschen mit hochgradigem oder an Taubheit grenzendem Hörverlust sowie Sportlerinnen und Sportler, die spezielle Lösungen für ihren Sport benötigen, sind nach wie vor am besten mit einer klinischen Anpassung bei einem Audiologen beraten, der das vollständige Audiogramm und den Lebensstil der Trägerin oder des Trägers kennt.

Grenzen dieser Studie

Die Stichprobe ist sehr klein – nur 11 Personen – und wurde gezielt (Purposive Sampling) statt zufällig ausgewählt. Die Ergebnisse beschreiben, wie genau diese Gruppe südafrikanischer Schwimmer und Trainer Kommunikation erlebt, und sollten nicht als statistisch repräsentativ für alle gehörlosen Sportler verstanden werden. Auch Antworten aus Online-Fragebögen haben ihre eigene Verzerrung: Die Teilnehmenden entscheiden selbst, was sie mitteilen, und erfassen Nuancen des Augenblicks möglicherweise nicht.

Im Abstract wurden weder eine konkrete Finanzierungsquelle noch Interessenkonflikte genannt. Als qualitative Studie liegt ihr Wert darin, Themen für künftige, größere Untersuchungen herauszuarbeiten, und nicht darin, Prävalenzzahlen zu liefern.

Was Sie daraus mitnehmen können

Wenn Sie einen gehörlosen oder schwerhörigen Schwimmer trainieren, mit ihm üben oder mit ihm zusammenleben, erinnert Sie die Studie daran, dass das Kommunikationssystem rund um den Sportler bewusst aufgebaut werden muss. Wenn Sie selbst einen Hörverlust haben und bisher wegen des Aussehens auf ein Gerät verzichtet haben, erinnert dieselbe Studie daran, dass diese Bedenken weit verbreitet sind und bei der Wahl eines Geräts ernst genommen werden sollten.

Quellenangabe: Pillay D, Lewington C. Communication experiences of deaf and hearing-impaired competitive swimmers and their coaches in South Africa. The South African Journal of Communication Disorders. 2026. Abgerufen über PubMed. https://doi.org/10.4102/sajcd.v73i1.1142

Weiterlesen

Kontakt

Brauchen Sie Hilfe bei der Wahl des richtigen Panda® Hörgeräts?

Unser Support-Team hilft Ihnen, Panda® Stealth, Panda® Air und Panda® Quantum zu vergleichen, beantwortet Ihre Fragen vor der Bestellung oder unterstützt Sie bei einem bestehenden Kauf.