Hörgeräte-Funktion der Apple AirPods Pro 2: Erfüllt sie klinische Anpassungsziele?
Eine neue Laborstudie hat die Hörgeräte-Funktion der Apple AirPods Pro 2 einer Real-Ear-Messung unterzogen, um herauszufinden, ob ein Massenmarkt-Ohrhörer tatsächlich die Verstärkung liefern kann, die eine klinische Verordnung vorschreibt.
Als die US-Behörden 2022 eine neue Kategorie rezeptfreier Hörgeräte zuließen und Apple später eine Hörgeräte-Funktion in die AirPods Pro 2 integrierte, verschwamm für Millionen Menschen mit leichter bis mittelgradiger Hörminderung die Grenze zwischen einem gewöhnlichen Ohrhörer und einem medizinischen Hörgerät. Das Versprechen ist verlockend: die Klinik überspringen, ein schnelles Setup auf dem Smartphone durchführen und mit einem Gerät, das viele Menschen ohnehin schon in der Tasche tragen, besser hören.
Hinter diesem Versprechen verbirgt sich eine wichtige Frage. Hörgeräte werden normalerweise nach einer Verordnung angepasst, einer Zielkurve, die aus dem Audiogramm einer Person berechnet wird und festlegt, wie viel Verstärkung das Gerät bei jeder Tonhöhe liefern soll. Forscher der Vanderbilt University machten es sich zur Aufgabe zu messen, wie nahe die Hörgeräte-Funktion der AirPods Pro 2 an diese validierten Zielwerte herankommt und ob ihre einfachen Verbraucher-Bedienelemente ausreichen, um eine etwaige Lücke zu schließen.
Titel: Does the Apple AirPods Pro 2 hearing aid feature meet prescribed targets for standardized audiograms?
Autoren: Haiping Huang, Taylor Dalzell, Erin M. Picou
Zugehörigkeiten: Department of Hearing and Speech Sciences, Vanderbilt University, and Vanderbilt University Medical Center, Nashville, Tennessee, USA
Journal und Datum: International Journal of Audiology, veröffentlicht am 27. Juni 2026
Studientyp: Laborverifikationsstudie mit Real-Ear-Messung an einem akustischen Kunstkopf
Referenz: PubMed, DOI 10.1080/14992027.2026.2685112
Hintergrund: Warum sich die Forscher damit befasst haben
Rezeptfreie Hörgeräte (Over-the-Counter, OTC) sind Geräte, die ein Erwachsener kaufen und ohne den Besuch bei einer Hörakustik-Fachkraft selbst einrichten kann. Sie sind für leichte bis mittelgradige Hörminderungen gedacht und haben den Weg zu einer deutlich günstigeren und bequemeren Verstärkung geebnet als der klassische Weg über die Klinik. Die Hörgeräte-Funktion der Apple AirPods Pro 2, kurz HAF, ist eines der sichtbarsten Beispiele dafür, da sie ein populäres Ohrhörer-Paar in ein selbst anpassbares Hörgerät verwandelt, gesteuert über einen Einrichtungsprozess auf dem iPhone.
Der Maßstab, den diese Forscher verwendeten, ist ein Verordnungsziel. Die am weitesten verbreitete Familie solcher Zielwerte stammt von den australischen National Acoustic Laboratories, und die als NAL-NL2 bezeichnete Version berechnet aus dem Audiogramm einer Person exakt, wie viel Verstärkung ein Hörgerät bei jeder Frequenz für leise, durchschnittlich laute und laute Geräusche liefern sollte. Die Übereinstimmung mit diesem Zielwert ist wichtig, denn zu wenig Verstärkung lässt Sprachlaute unhörbar werden, während zu viel unangenehm oder sogar schädlich sein kann.
Um zu prüfen, ob ein Gerät sein Ziel erreicht, nutzen Hörakustiker die Real-Ear-Messung, bei der ein winziges Sondenmikrofon den tatsächlichen Schallpegel in der Nähe des Trommelfells aufzeichnet. Das Team der Vanderbilt University wandte dieselbe Verifikationslogik auf die AirPods an, um eine praktische Verbraucherfrage zu beantworten: Wenn man diese Ohrhörer selbst einrichtet, kommt der Schall, der das Ohr erreicht, dann in die Nähe dessen, was eine professionelle Anpassung verordnen würde?
Wie die Studie durchgeführt wurde
Anstatt sich auf die Meinungen von Hörern zu verlassen, maßen die Forscher die physikalische Schallausgabe an einem akustischen Kunstkopf, einem Kopf-Torso-Modell, das mit kalibrierten Gehörgängen und Mikrofonen ausgestattet ist. So lässt sich die Real-Ear Aided Response erfassen, also der Pegel des verstärkten Schalls am Trommelfell, und zwar auf präzise und wiederholbare Weise.
Sie testeten beide Ohrhörer von zwei separaten AirPods-Pro-2-Sets mit aufgezeichneter Sprache, die bei drei Eingangspegeln dargeboten wurde, 55, 65 und 75 Dezibel, um leise, normale und laute Sprache abzubilden. Zwei standardisierte Audiogramme wurden von Hand in das Setup eingegeben, eines für eine leichte Hörminderung und eines für eine mittelgradige, abfallende Hörminderung, und aus jedem wurde das dazugehörige NAL-NL2-Verordnungsziel erzeugt.
Abschließend versuchte ein Forscher, die Ausgabe mithilfe der beiden Verbraucher-Bedienelemente, die Apple in der iPhone-Oberfläche bereitstellt, auf diese validierten Zielwerte hin auszurichten – einen Verstärkungsregler und einen Klangregler. Ziel war es, nicht nur zu sehen, wie die Standardeinrichtung abschneidet, sondern auch, wie viel Spielraum die einfachen Regler einem motivierten Nutzer zur Feinabstimmung des Ergebnisses lassen.
Was die Forscher herausfanden
In der Standardeinstellung verstärkte die Hörgeräte-Funktion im Vergleich zu den Verordnungszielen durchweg zu schwach. Sowohl bei der leichten als auch bei der mittelgradigen Hörminderung blieb der am Ohr ankommende Schall hinter dem zurück, was NAL-NL2 vorgab – das bedeutet, ein Nutzer, der einfach das Ergebnis direkt aus der Verpackung akzeptierte, würde wahrscheinlich weniger Unterstützung erhalten, als es seine Hörminderung erfordert.
Der ermutigende Teil zeigte sich bei der Feinabstimmung. Durch Anpassen der Bildschirmregler konnte der Forscher die Ausgabe für beide Audiogramme auf das Niveau der Verordnungsziele bringen. Mit anderen Worten: Die Hardware war in der Lage, eine Verstärkung auf Zielniveau zu liefern; die Lücke lag in der Standardkonfiguration, nicht in den Ohrhörern selbst.
Die Studie quantifizierte auch, wie stark die Bedienelemente den Schall tatsächlich verändern. Der Verstärkungsregler bewirkte eine Breitband-Pegeländerung von etwa 10 Dezibel, wodurch die Gesamtlautstärke angehoben oder gesenkt wurde, während der Klangregler eine spektrale Verschiebung von etwa 5 bis 10 Dezibel bewirkte und damit das Verhältnis zwischen tiefen und hohen Tönen verschob. Das ist ein spürbarer, aber begrenzter Bereich – ausreichend, um eine moderate Abweichung zu korrigieren, aber grob im Vergleich zur frequenzgenauen Kontrolle einer professionellen Anpassung.
Die Autoren beschreiben ihre Ergebnisse als vorläufigen Beleg dafür, dass die Hörgeräte-Funktion an leichte und mittelgradige, abfallende Audiogramme angepasst werden kann und dass ihre Einstellregler genutzt werden können, um Verordnungsziele zu erreichen. Der Haken dabei: Um diese Ziele zu erreichen, war eine gezielte Anpassung nötig, die auf dem Wissen beruhte, wo die Ausgabe eigentlich liegen sollte – nicht die beiläufige Einrichtung, die die meisten Käufer vornehmen würden.
Was das für Menschen mit Hörminderung bedeutet
Die zentrale Botschaft für Verbraucher ist gleichzeitig beruhigend und mahnend. Handelsübliche Ohrhörer mit Hörgeräte-Modus können tatsächlich eine Verstärkung liefern, die klinischen Zielwerten entspricht, was die Grundidee der rezeptfreien Hörversorgung bestätigt. Dieselbe Studie zeigt aber auch, dass die Standardeinstellungen dazu neigen, Nutzer unterversorgt zu lassen, sodass der Nutzen stark davon abhängt, ob die Einrichtung an die individuellen Hörbedürfnisse angepasst wird, statt sie einfach im Auslieferungszustand zu belassen.
Für jemanden, der ein selbst anzupassendes Gerät wählt, lautet die Lehre daraus: darauf achten, wie es konfiguriert wird. Ein Produkt, das das eigene Hörvermögen misst und sich selbst an das persönliche Audiogramm anpasst, leistet genau die Arbeit, die in dieser Studie die Lücke geschlossen hat. Ein Produkt, das lediglich auf einem generischen Pegel läuft und den Nutzer bittet, einen Regler so lange zu verschieben, bis es akzeptabel klingt, kann einen ohne dessen Wissen unterhalb der benötigten Verstärkung belassen.
Die Lücke lag in der Standardanpassung, nicht in der Hardware: Warum es wichtig ist, die Einrichtung an das eigene Audiogramm anzupassen
Diese Studie kommt zu einem konkreten Schluss: Die Ohrhörer konnten klinische Zielwerte erreichen, aber nur, nachdem die Anpassung an das Audiogramm des Nutzers angepasst wurde, und die selbst durchgeführte Standardanpassung blieb dahinter zurück. Genau dieses Problem soll eine geführte, messungsbasierte Anpassung lösen. Unter den selbst anpassbaren OTC-Hörgeräten verfolgt der Panda Air diesen Ansatz in seiner Ohrhörer-Bauform. Nach Erhalt des Geräts koppelt der Nutzer es mit der Panda App, die über das Hörgerät selbst einen frequenzspezifischen Hörtest durchführt und anschließend Verstärkung und Frequenzgang passend zum resultierenden Audiogramm programmiert – ähnlich dem, was ein Hörakustiker bei einer klinischen Anpassung tut.
Dieser Unterschied ist bedeutsam, weil er Rätselraten durch app-basierte Hörpersonalisierung ersetzt. Statt an einem Breitband-Lautstärkeregler zu ziehen und zu hoffen, dass die Balance stimmt, richtet die frequenzspezifische Höranpassung die Verstärkung genau dort aus, wo die Hörminderung der jeweiligen Person tatsächlich liegt. Der Panda Air kombiniert diesen Anpassungsansatz mit 16-kanaliger Wide-Dynamic-Range-Kompression und mehrbandiger adaptiver Rauschunterdrückung, einem Ladeetui mit 60 Stunden Akkulaufzeit und Schnellladefunktion, einer 5-jährigen Garantie und einem 45-tägigen Rückgaberecht, damit man die Anpassung im echten Alltag testen kann, bevor man sich endgültig entscheidet.
Ein Vorbehalt, den man im Blick behalten sollte: Rezeptfreie Geräte wie diese sind für leichte bis mittelgradige Hörminderungen gedacht. Menschen mit hochgradiger oder resthörigkeitsnaher Hörminderung profitieren in der Regel weiterhin am meisten von einer professionellen klinischen Anpassung. Mehr über den Panda Air erfahren Sie hier.
Grenzen dieser Forschung
Dies war eine kontrollierte Laborstudie, und ihr Umfang ist bewusst eng gefasst. Die Messungen erfolgten an einem akustischen Kunstkopf und nicht an Menschen, sodass sie zwar die physikalische Ausgabe des Geräts erfassen, nicht aber, wie reale Hörer es wahrnehmen, tolerieren oder davon profitieren. Getestet wurden nur zwei standardisierte Audiogramme, beide im leichten bis mittelgradigen Bereich, und die Feinabstimmung wurde von einem Forscher durchgeführt, der die Verordnungsziele kannte – nicht so, wie ein typischer Käufer das Gerät zu Hause einrichten würde.
Die Autoren selbst bezeichnen die Arbeit als vorläufig. Im Abstract wird weder eine kommerzielle Finanzierungsquelle noch ein Interessenkonflikt angegeben, doch Leser sollten die Ergebnisse eher als frühen, technischen Machbarkeitsnachweis betrachten denn als Urteil über die Ergebnisse im Alltag. Wie gut selbst anpassende Nutzer diese zielgenauen Ergebnisse ohne professionelle Anleitung reproduzieren, bleibt eine offene Frage.
Was das für uns bedeutet
Die Kernaussage lautet: Verbraucher-Ohrhörer mit Hörgeräte-Modus können dieselben Verstärkungsziele erreichen wie eine klinische Anpassung, kommen dort aber nicht zwangsläufig von selbst hin. Ob Sie nun handelsübliche Ohrhörer oder ein eigens dafür entwickeltes rezeptfreies Hörgerät in Erwägung ziehen – die entscheidende Frage lautet, wie das Gerät seine Einstellungen festlegt und ob es Ihr Hörvermögen misst und sich daran anpasst, statt Sie den richtigen Klang auf gut Glück suchen zu lassen.
Huang H, Dalzell T, Picou EM. Does the Apple AirPods Pro 2 hearing aid feature meet prescribed targets for standardized audiograms? International Journal of Audiology. 2026. Retrieved from PubMed. DOI 10.1080/14992027.2026.2685112.

